Getestet: HTC One M8

Getestet: HTC One M8

In einem spannenden Testbeitrag berichtet Marco Wikart über den neusten Sprössling der HTC Familie, das HTC One M8.

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Testbericht zum HTC One M8

Design

Dieser Test bezieht sich auf das HTC One M8 glacial silver.

HTC hat mit dem Design einen tollen Job gemacht. Das Gerät kommt in einem schicken Alu-Gehäuse, wobei die Rückseite gebürstet ist. Dies verleiht dem Smartphone eine feine Struktur und ein gewisses Premium Gefühl stellt sich ein. Dank den abgerundeten Seiten und Ecken lässt sich das Gerät sehr angenehm halten. Zumindest solange man es fest umschliesst. Hält man das HTC mit den Fingerkuppen an den Rändern, z.B. um zu fotografieren, wird die Angelegenheit äusserst delikat. Das Gefühl, dass einem das Gerät aus den Fingern gleitet, lässt sich nur schwer ignorieren.

Bei der Betrachtung der Front, stechen die zwei (!) Lautsprecher für Stereo Sound hervor. Diese Segmente sind jedoch nicht aus Metall, sondern aus Plastik. So beeindruckend die Rückseite des Geräts, so zaghaft ist die Vorderseite. Hier wäre etwas mehr Konsequenz der HTC Designer wünschenswert gewesen.

Auf der rechten Seite befindet sich die Wipptaste für die Lautstärke Regelung sowie der Slot für die Sim-Karte. Ganz toll, auf der Gegenseite ist ein Einschub für eine SD-Karte. Hier kann mit einer 128GB microSD-Karte ein wahres Speichermonster geschaffen werden. Trotz der imposanten Grösse (bzw. Länge) des One M8 ist der Einschaltknopf oben. Dies kann für kleinere Hände etwas problematisch sein.

Auf der Rückseite sitzt der Dual Sensor (Kamera mit Tiefensensor) sowie ein Dual Flash. Das HTC Logo ist gut sichtbar eingraviert und zwei schmale durchgehende Bänder unterteilen das Metallgehäuse.

Kurios: die schwarze Fläche zwischen dem unteren Lausprecher und dem Display. Diese hat keine Funktion und zeigt lediglich das HTC Logo. Dadurch streckt sich das Gerät zusätzlich in die Länge und wird somit das wohl längste 5 Zoll Gerät auf dem Markt. Als Option hätte man dort die Navigation unterbringen können (statt on-screen buttons) oder sie ganz weglassen.

HTC One M8 Glacial Silver

HTC One M8 glacial silver

Display

Der 5 Zoll Bildschirm besitzt mit 441 ppi eine hohe Auflösung und ist gleichmässig ausgeleuchtet. Die Farbsättigung ab Werk ist sehr knallig kalibriert, aber nicht so extrem wie bei den neuesten Samsung Geräten. Die Berührungsempfindlichkeit ist sehr ausgeprägt. Feinste Berührungen werden sofort registriert. Die starke Hintergrundbeleuchtung erleichtert die Bedienung, aber bei grosser Sonneneinstrahlung ist die Display-Spiegelung trotzdem sehr stark. Alles in allem ein sehr gutes Display.

Software

Das One M8 läuft mit Android 4.4.3 und HTC Sense 6.0. Diese Modifikationen der Hersteller sind reine Geschmackssache. Rein funktionell betrachtet spielen die Skins keine grosse Rolle, da Android von Haus aus komplett individualisiert werden kann. Grundsätzlich aber ist Sense 6.0 gelungen und gefällt aus einer optischen wie auch aus einer funktionalen Betrachtung. Bei all den zusätzlichen Features ist eines besonders praktisch: ein Doppel-Tap auf die Front aktiviert den Bildschirm (wie damals beim Nokia N9). Dies ist äusserst praktisch und hat zuverlässig funktioniert. Eine weitere Funktion ist „Extremer Energiesparmodus“. Damit werden die Hintergrundprozesse deaktiviert und ein paar extra Stunden aus dem Akku herausgepresst. Jedoch wird damit die Benutzung stark eingeschränkt und das Smartphone wird einiges dümmer. Trotzdem, in der einen oder anderen Situation kann dies eine äusserst praktische Funktion sein.

Kamera

Einige meiner Testfotos im Tageslicht waren durchaus gelungen, andere eher weniger. Das Umgebungslicht ist dabei absolut entscheidend und hatte auf die Fotos einen stärkeren Einfluss als ich das bei anderen Smartphones gesehen habe. Bei guten Lichtbedingungen werden die Farben übersättigt dargestellt. Das grün ist zu grün, das blau zu blau. Diese knallige Farbwidergabe muss man einfach mögen oder mittels manuellen Einstellungen bzw. Nachbearbeitung nachregeln. Bei schwierigen Lichtbedingungen wird das Foto deutlich zu dunkel oder hat einen starken Grauschleier über dem Bild. Beispiele könnt ihr hier sehen (als Vergleichsgerät wurde ein iPhone 5s verwendet, beide Geräte mit Standardeinstellungen, ohne nachträgliche Veränderungen):

HTC ONE M8 Wald

Testfoto im Wald

Performance

Hier wohl die grösste Stärke des One M8. Mit dem Snapdragon 801 und 2.3 Ghz rennt das Pferdchen im Galopp. Alle erdenklichen Aufgaben werden ohne das geringste Aufbäumen in Windeseile erledigt. Was auch gefällt, selbst unter Last wird das Gerät nicht übermässig heiss. Klar, als Tachenwärmer im Winter würde auch das One M8 durchgehen, aber man kriegt keine Angst, dass hier demnächst ein Feuer ausbricht. Davon können sich andere Hersteller gerne eine Scheibe abschneiden.

Batterie

Glücklicherweise geht das One M8 mit der Batterie trotz seiner Grösse und Bildschirmauflösung sparsam um. Es ist immer schwierig zu sagen, wie lange ein Smartphone durchhält. Zu unterschiedlich sind die Anwendungsmuster der Benutzer. Ich denke aber es ist fair zu sagen, ein Durchschnittsnutzer kann es zwei Tage ohne Strom, ein Tippsüchtiger bis in die Abendstunden benutzen.

Audio

Eine weitere Paradedisziplin des One M8. Die beiden Lautsprecher sind irre laut für ein Smartphone. Ein Stereoeffekt ist definitiv hörbar. Dabei ist die Qualität des Tons nicht wirklich überragend, aber aufgrund der Lautstärke der beiden Lautsprecher taugt das Handy durchaus als Mini Beatbox für zwischendurch. Wenn das jemandem wichtig sein sollte, dann ist dieses Handy wohl zuoberst auf der Wunschliste. Die Sprachqualität erfüllt die Erwartungshaltung. Der Anrufer war gut zu hören und die Gegenseite vermeldete ebenfalls keine Verständigungsprobleme.

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